ÖGS WeldAir Bedienungsanleitung
Einleitung
ÖGS WeldAir wurde entwickelt, um die Wirkung verschiedener Absaugkonzepte unter Berücksichtigung unterschiedlicher Schweißrauchemissionen zu beschreiben. Dabei werden gängige Lichtbogenschweißprozesse und Schweißzusatzwerkstoffe sowie deren Einfluss auf die Arbeitsplatzbelastung berücksichtigt.
Die der ÖGS WeldAir zugrunde gelegte Berechnung basiert auf einem Gasthermik-Kegelmodell. Mit diesem vereinfachten physikalischen Modell wird die Ausbreitung eines warmen Gas- oder Rauchstroms aufgrund von thermischem Auftrieb beschrieben. Der Gasthermik-Kegel, die Volumenströme und die Effekte der Positionierung der Absaugeinrichtungen wurden auf Basis der Richtlinien VDI 2084:1991 und VDI/DVS 6005:2018 modelliert.
In der Modellierung werden jedoch keine Querströmungen (verursacht durch Zugluft, Lüftungseffekte o. Ä.), die den Thermikstrom beeinflussen können, berücksichtigt. Mit diesem digitalen Tool kann daher nur eine Abschätzung der zu erwartenden Arbeitsplatzkonzentration in der betrachteten Halle vorgenommen werden; es ersetzt keine Messung der Arbeitsplatzbelastung durch akkreditierte Stellen.
Die den Berechnungen zugrunde gelegten Daten wurden grundsätzlich der Fachliteratur entnommen. Bei namentlich erwähnten Produkten wurde auf die vom Hersteller zur Verfügung gestellten technischen Unterlagen (z. B. Schweißrauchdatenblätter) zurückgegriffen.
User-Arten
Es gibt zwei Arten von Usern:
Anonyme User: Die Login-Daten werden direkt auf der Homepage bereitgestellt.
ÖGS-Mitglieder: Verfügen über erweiterten Funktionsumfang.
Die Funktionen der App sind für anonyme User eingeschränkt: Im Gegensatz zu ÖGS-Mitgliedern können sie nur einen vordefinierten Raum verwenden und lediglich einen Schweißplatz definieren. ÖGS-Mitglieder können hingegen bis zu zehn Schweißplätze je Raum und bis zu drei unterschiedliche Räume anlegen.
Funktionen und Einstellungen
Definition des Raums
ÖGS-Mitglieder können den Raum frei festlegen und bis zu drei Räume definieren (durch Klicken auf das „+“ im rechten Tab). Anonyme Benutzer nutzen einen vordefinierten Raum und können die Raumgröße nicht ändern (erkennbar an den grau hinterlegten Feldern).
Hallenlüftung
Hier kann zwischen „Keine Lüftung“ und einer „Mischlüftung“ gewählt werden. Bei der Mischlüftung ist die Absaugleistung variabel einstellbar; die daraus resultierende Luftwechselzahl wird automatisch berechnet und angezeigt (ebenfalls grau hinterlegt).
Schweißplatz
ÖGS-Mitglieder können bis zu zehn Schweißplätze definieren (Klick auf „+“ im rechten Tab); anonyme User können lediglich einen Schweißplatz konfigurieren.
Auswahl von Schweißprozess, Zusatzwerkstoff und Schutzgas
Die App greift hier auf die in der Datenbank hinterlegten Schweißrauchdaten zu. Es können nur Kombinationen ausgewählt werden, für die entsprechende Datensätze hinterlegt sind.
Auswahl der Schweißmaschine und Einschaltdauer
Nach der Wahl der Schweißmaschine muss definiert werden, wie lange der Schweißer aktiv arbeitet. Die Einschaltdauer (ED) bezieht sich auf ein Zeitintervall von 10 Minuten.
Beispiel: Eine Einschaltdauer von 20 % bedeutet 2 Minuten Schweißen und 8 Minuten Pause; dieser Zyklus wiederholt sich.
Zudem werden der Schweißstrom und die Schweißspannung angezeigt, unter denen die ausgewählten Schweißrauchdaten ursprünglich ermittelt wurden.
Auswahl der Absaugung
Es stehen verschiedene Absaugtypen zur Auswahl. Die dem jeweiligen Typ zugeordneten Geräte werden im nebenstehenden Drop-down-Menü aufgelistet.
Arc-on-Regelung
Status „Y“ (Yes): Die Absaugung ist nur während der Lichtbogenzeit eingeschaltet.
Status „N“ (No): Die Absaugung läuft kontinuierlich weiter, auch wenn der Lichtbogen erloschen ist.
Positionierung der Absaugung
Hier wird die Höhe des Absaugschildes bzw. der Haube in Zentimetern über dem Lichtbogen angegeben. Zusätzlich wird der Horizontalversatz (in cm) von der vertikalen Achse des Lichtbogens zur Mitte der Absaugung definiert.
Absaugeffekt
Dieser Wert gibt an, wie viel Prozent des Rauchgases durch die gewählte Absaugung an der definierten Position erfasst werden. Die Berechnung erfolgt erst mit dem Start der Simulation.
Betriebszeiten
Die Betriebszeiten sind auf Stundenbasis festgelegt. Es muss jede Start-Uhrzeit definiert werden, zu der gelüftet oder geschweißt wird. Die Trennung der Zeiten erfolgt durch ein Komma.
Beispiel: Schweißzeiten „8, 9, 10, 13, 14“ bedeutet: Es wird von 08:00–11:00 Uhr geschweißt, dann folgt eine Pause bis 13:00 Uhr, danach wird von 13:00–15:00 Uhr weitergearbeitet.
Hinweis: Die Eingabe eines Zeitraums (z. B. „8–11“) ist nicht zulässig!
Lüftungszeiten: Hier werden die Startzeiten der Hallenlüftung eingetragen.
Schweißzeiten: Hier werden die Startzeiten für den Schweißvorgang eingetragen.
Abschluss und Ergebnisse
Schweißerschutzausrüstung (PSA)
Beim ersten Einstieg in die App muss als Teil der PSA ein Helm ausgewählt werden, bevor die Simulation gestartet werden kann.
Eingabe speichern
Diese Funktion steht ausschließlich ÖGS-Mitgliedern zur Verfügung.
Anzeige der Ergebnisse
Nach dem Start der Simulation werden die Ergebnisse für die zeitlich aufgelöste Schweißrauchbelastung sowie die Belastung durch einzelne in der Datenbank gelistete Komponenten angezeigt.
Hinweis: Falls die angezeigten Werte „Null“ ergeben, arbeitet die Absaugung perfekt (100 % Erfassung). Um dennoch Werte in der Grafik zu sehen, können Sie den horizontalen Versatz vergrößern oder eine geringere Absaugleistung wählen.