Die Geschichte der Österreichischen Gesellschaft für Schweißtechnik (ÖGS)

 

70 Jahre ÖGS - ein RückblickBild 70 Jahre

Die Gründung der ÖGS 
In den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann sich die Schweißtechnik, im speziellen die Lichtbogentechnik, rasch zu entwickeln. Wissenschaft und Forschung beschäftigten sich sehr intensiv mit diesem jungen und technisch herausfordernden Themengebiet und es wurden sehr viele Grundlagen aus den unterschiedlichsten technologischen Bereichen erarbeitet. Schon früh erahnte Richard Marek, ein Schweißpionier der ersten Stunde, das riesige wirtschaftliche Potential, welches in dieser damals jungen 
Fügetechnologie steckt – er erkannte aber auch, dass der Technologietransfer in die Industrie nur relativ langsam erfolgte.

Er hatte 1946 die Idee, einen uneigennützigen technischen Verein zu gründen, dessen Ziel es sein sollte, die sich gerade entwickelnde Schweißtechnik in Österreich zu fördern, die rasanten Fortschritte zu sammeln und die wesentlichen Erkenntnisse an die Industrie weiterzugeben.
Mit den Herren Dipl.-Ing. Hans Gross, Dipl.-Ing. Rudolf Hartmann, Dipl.-Ing. Robert Hillisch und Ing. Alfred Schmidt fand er Schweißfachleute, die derselben Meinung waren und so wurde der Verein angemeldet.
Im Frühjahr 1947 startete er aus diesem Grund eine Vortragsreise quer durch Österreich und referierte in 15 Städten zum Thema „Die Schweißtechnik im Wiederaufbau“.

Am 24. April 1947 im Großen Vortragssaal der Wiener Elektrizitätswerke in Wien 9, Mariannengasse fand die Gründungsversammlung statt, bei der die Ausschussmitglieder gewählt wurden. Gleichzeitig wurde auch der Fachnormenausschuss Schweißtechnik gründet. Die 1. ordentliche Hauptversammlung der ÖGS wurde kurz darauf am 18. September 1947 abgehalten und Ministerialrat Dipl.-Ing. Cech zum ersten Präsidenten der ÖGS gewählt.

 

Bereits im Jänner 1947 erschien die 1. Ausgabe der Fachzeitschrift „Schweißtechnik“, die gemeinsam von der Schweißtechnischen Zentralanstalt und der Österreichischen Gesellschaft für Schweißtechnik herausgegeben wurde. Prägend war auch der Leitartikel des damaligen Vertreters des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Herrn Hurdes. Er schrieb in seinem Artikel „Zum Geleit!“ u.a. „… Ich begrüße es daher aufrichtig, dass die Schweißtechnische Zentralanstalt im Verein mit der Österreichischen Gesellschaft für Schweißtechnik ein Fachorgan herausgibt, das sich mit der Absicht trägt, nicht nur zu berichten, sondern die Leser zu schulen und sie zu vertrauten Freunden der Schweißtechnik zu machen.“

Die nationalen Aktivitäten der ÖGS
Der Aktionsschwerpunkt der ÖGS war auf Österreich fokussiert. In den Jahren nach der Gründung wurden zahlreiche Vorträge mit namhaften Experten durchgeführt.

Von 1974 bis 2002 wurde verstärkt auf Informationen für Firmenmitglieder gesetzt und 1977 ein schweißtechnischer Betreuungsdienst für die Mitglieder des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie Österreichs eingerichtet, welcher 1981 auch auf die Mitglieder des Fachverbandes der Eisen- und Metallwarenindustrie Österreichs erweitert wurde. Durch diese Maßnahmen erhielten über 2000 Firmen und Schweißfachleute laufend schweißtechnologische Informationen. Es wurden auch Arbeitspapiere herausgegeben, die der Meinungsbildung und zur Arbeitserleichterung dienen sollten.

1984 begann die ÖGS mit einer regen Seminartätigkeit mit namhaften in- und ausländischen Vortagenden, die 2-tägig in Graz, Wien und Linz abgehalten und in den folgenden Jahren auch auf Bregenz und Innsbruck ausgeweitet wurde. 

Aber auch im universitären Umfeld wurde die ÖGS aktiv: 1990 wurde ein Hochschullehrgang „Beanspruchungsgerechte Schweißkonstruktionen“ mit dem Außeninstitut der Technischen Universität Wien initiiert.

Motiviert vom regen Zuspruch zur ÖGS und dem Interesse an den angebotenen Veranstaltungen wurde 1992 der Versuch gestartet, die ÖGS-Aktivitäten in Fachausschüssen strukturierter abzuwickeln. Es wurden zu diesem Zweck 3 Fachausschüsse und 8 Arbeitsgruppen gegründet. Allerdings gelang es nicht, diese länger aktiv zu halten.

Erst 2011 konnte mit der ERFA-Gruppe „EN 1090“ wieder eine technisch aktive Plattform initiiert werden, welche bei den Mitgliedern auf hohes Interesse traf.

Mit einem neuen Konzept des Wissenstransfers startete die ÖGS 2012, den „ÖGS-Workshop“. Das Ziel dabei war, in seminarähnlichen Ganztagesveranstaltungen bei Mitgliedsunternehmen oder Institutionen den Teilnehmern zu einem aktuellen technischen Themengebiet einen guten Überblick zu geben. Es sollte auch die Möglichkeit geboten werden, mit den Fachvortragenden Detaildiskussionen führen zu können. Wie sich zeigte, ist diese Art des Wissenstransfers gerade bei der Industrie auf hohes Interesse und Akzeptanz gestoßen. Mittlerweile wurde der 15. Workshop abgehalten, das Thema „Additive Manufacturing“. 

Die internationalen Aktivitäten der ÖGS
Die ÖGS war aber auch über die Grenzen hinaus aktiv: Als im Jahre 1948 die Gründung des International Institut of Welding (IIW), der weltweit größten schweißtechnischen Vereinigung, welche aktuell auf 59 Mitgliedsstaaten verweisen kann, erfolgte, war Österreich, vertreten durch die ÖGS und der SZA, eines der dreizehn Gründungsmitglieder. Die ÖGS vertrat in weiterer Folge bis 2008 Österreich im IIW als „responsible member society“ und stellte dabei auch das nationale IIW Sekretariat.

Aber auch mit den Nachbarorganisationen in Deutschland und der Schweiz wurde zusammengearbeitet: So wurde 1982 eine Rahmenvereinbarung „Sicherung der Güte von Schweißkonstruktionen“ zwischen dem Deutschen Verband für Schweißtechnik e.V. (DVS), dem Schweizerischen Verein für Schweißtechnik (SVS) und der ÖGS geschlossen. Das Ziel war die gegenseitige Anerkennung von Schweißern, Schweißaufsichtspersonen und Prüfstellen für die Zulassung von Betrieben im Sinne der Gütesicherung. Eine weitere folgte 1986.

Mit DVS wurde die Zusammenarbeit weiter intensiviert – so erfolgt seit 1986 der Vertrieb der DVS Medien in Österreich durch die ÖGS.

Fachzeitschrift Schweiß- und Prüftechnik
Die „Schweiß- und Prüftechnik“ ist das Fachorgan der ÖGS von welcher sie seit April 1996 der Herausgeber und Eigner ist. Seit April 2000 und Juni 2002 sind die ÖGfZP und die SZA Mitherausgeber.
Die „Schweiß- und Prüftechnik“ ging im April 1996 aus der „Schweißtechnik“, welche von der ÖGS und SZA verlegt wurde, hervor und trägt auch heute noch in Zeiten des

 Internets wesentlich zum aktiven Vereinsgeschehen und als Informationsdrehscheibe bei. 

Im Zuge der Neuausrichtung der ÖGS 2010 kam von Seiten des Präsidiums ein klares Bekenntnis zur Weiterführung in gedruckter Form, auch im Sinne einer Vereinszeitschrift, um den über lange Zeit geprägten Charakter der Zeitschrift weiterhin aufrecht zu halten. Mehr noch: Es soll das zentrale Kommunikationselement des Vereins bleiben.

Die Schweißer-Stammtische der ÖGS
Bereits in den 80-iger Jahren wurde der ÖGS-SchweißerStammtisch aktiviert, der damals für viele Schweißfachleute aus den Wiener Betrieben, aber auch aus dem Wiener Um

land als wichtiger und ergiebiger Treffpunkt gegolten hat. Zu den „Kernstammtisch-Brüdern“, altbekannte Schweißspezialisten wie Ing. Herbert Dunst, Prof. Dr. Sonja Felber, Erwin Frassine, Ing. Johann Friedrich, Ing. Peter Lindner, Ing. Karl Felbermayer, Dr. Paul Umlaub, Ing. Helge Walther, Ing. Johann Wasserbauer, gesellen sich seit 2013 erfreulicher Weise wieder vermehrt junge Fachkollegen dazu.
Seit 2015 findet der Schweißer-Stammtisch nun auch regelmäßig in Oberösterreich und seit Februar 2017 auch in der Steiermark statt.

Richard Marek – Preis
In Anerkennung an die Pionierleistungen von Richard
Marek wurde der „Richard Marek-Preis“, für die innovativste eingereichte schweißtechnische Lösung ins Leben gerufen. 
Er wurde erstmalig anlässlich der Messe „Schweissen“ 2015 vom Sprecher des Präsidiums der ÖGS, Hrn. Dr. Posch, an die Gewinner verliehen.

Dr. Gerhard Posch, Susanne Mesaric - aus "Schweiß- und Prüftechnik", Ausgabe 03-04/2017

 

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